Ford Mustang 1968 Coupé - Das Eckhard-Projekt !

Ford Mustang 1968 Coup� - Servolenkung Teil 2: Arbeitszylinder 

Zun�chst einmal ein paar Worte zur Arbeitsweise der Servolenkung der fr�hen Mustangmodelle bis Baujahr 1970 (ab 1971 wurden Lenkgetriebe mit integrierter Servofunktion verbaut). Die Servopumpe (Power Steering Pump) im Motorraum versorgt das Steuerventil (Power Steering Valve, Bild unten, Pfeil 1) mit hydraulischem Druck. Das Steuerventil wird vom Lenkstockhebel (Pitman Arm) des Lenkgetriebes (Steering Gear Box) bet�tigt und leitet den Hydraulikdruck �ber zwei Leitungen weiter an den Arbeitszylinder (Power Steering Cylinder) Bild unten, Pfeil 2). Je nach Lenkbewegung bewegt dieser die mittlere Spurstange (Center Link) und damit die Vorderr�der nach rechts oder links. Die Servo ben�tigt �brigens kein spezielles Hydraulik�l, sondern unbedingt das gleiche rote Automatikgetriebe�l wie die Ford-Automatikgetriebe der Sechziger, sogenanntes ATF Typ F (Ford Spezifikation M2C-33 F/G), erh�ltlich zum Beispiel im Online-Shop von Ravenol!

Wie man sieht, sind die Servolenkungskomponenten nach 40 Jahren gern mal undicht und verteilen die Hydraulikfl�ssigkeit gro�z�gig auf Stra�e und Unterboden. F�r alle Komponenten gibt es �berhols�tze - und meistens sind die Bauteile auch reparabel. Auf diesen Seiten werde ich die Vorgehensweise bei der �berholung der Pumpe, des Steuerventils und des Arbeitszylinders kurz beschreiben.

F�r eine fachgerechte Reparatur sollten Sie unbedingt nach den f�r den Mustang erh�ltlichen Handb�chern vorgehen. 

Wie gesagt, die �berholung des Steuerventils ist in dem oben empfohlenen Buch sowie in den Werkstatthandb�chern eingehend beschrieben.  Diese Website soll dem Mustangbesitzer lediglich Bildmaterial f�r die Reparatur liefern und ihm eine Einsch�tzung erlauben, ob die Reparatur im Rahmen seiner M�glichkeiten liegt. Falls die Reparatur fehlschlagen sollte: die Arbeitszylinder gibt es als komplette Einheit als Repro bei spezialisierten Mustang-Teileh�ndlern neu zu kaufen!

Der Arbeitszylinder hat einen Gummi-Faltenbalg (Insulator), der das Eindringen von Schmutz verhindert. Diesen Faltenbalg solltet ihr immer gut im Auge behalten und bei kleinsten Anzeichen von Besch�digungen austauschen. Das ist preiswert und schnell gemacht. Falls jemand das nicht f�r so wichtig h�lt (wie Eckhards Vorbesitzer) dringt Schmutz ein, scheuert zwischen der Hydraulikstange und den Abdichtungen herum und es bilden sich schnell Undichtigkeiten, aus denen Hydraulik�l austritt:

Den Arbeitszylinder k�nnt ihr in den USA f�r knapp unter 200 US-Dollar als Neuteil kaufen. Falls die Hydraulikstange (power steering cylinder rod) keine Riefen aufweist und noch absolut gerade ist, wird eine �berholung g�nstiger. Ich habe Eckhards Arbeitszylinder ein Rundum-Sorglospaket f�r knapp �ber 30 US-Dollar spendiert, bestehend aus drei Sets. Hier der Einfachheit halber mit den amerikanischen Bezeichnungen: 

  • Faltenbalg f�r die Hydraulikstange sowie Gummis und Scheiben f�r die Lagerung der Hydraulikstange in der Halterung am L�ngstr�ger (Boot and Insulator Kit PS Cylinder)

  • Gummimanschette f�r das Kugelgelenk zur Spurstange hin (Boot, PS Cylinder Ball Stud End)

  • Dichtsatz f�r die Hydraulikstange (Rebuild Kit PS Cylinder Shaft)

Hier ein Foto der �berhols�tze und des gereinigten Hydraulikzylinders:

Wie bei allen Arbeiten an lebenswichtigen Komponenten kann ich auch hier nur auf das genaue Befolgen der Arbeitsschritte im Werkstatthandbuch (shop manual) verweisen. Wer mit dem technischen Englisch nicht klar kommt, kann beim First Mustang Club of Germany einen deutschsprachigen Nachdruck der Bucheli-Reparaturanleitung aus den sechziger Jahren erwerben. 

Ich beschr�nke mich hier auf einige Bilder von einzelnen Arbeitsschritten, damit jeder absch�tzen kann ob er sich die Arbeit zutraut. Sauberkeit ist oberstes Gebot bei Arbeiten an der Hydraulik. Beim Reinigen habe ich die Hydraulikschl�uche drangelassen, um Eindringen von Schmutz in das Geh�use des Zylinders zu vermeiden. Sp�ter habe ich diese �ffnungen durch kleine Stofffetzen abgedichtet.

Beim Ausbau des Arbeitszylinders ben�tigt man einen geeigneten Kugelgelenk-Abdr�cker, um das Kugelgelenk von der mittleren Spurstange zu trennen. 

Bevor man den Dichtsatz der Hydraulikstange einbauen kann, m�ssen die alten Abdichtungen raus. Man beginnt mit dem Entfernen des Sprengrings:

Nun k�nnen wir die "Schmutzabstreifscheibe" (Star Scraper) entfernen sowie den darunter liegenden Gummiring samt Plastikring ...

... und starren dann ratlos auf den darunter liegenden Radialwellendichtring = Simmerring. Wie bekommen wir den ohne Spezialwerkzeug heraus?

Da hat sicher jeder seine eigenen Methoden. Meine ist nat�rlich die beste, hehe ;-) Ein Resto-Ratgeber empfiehlt, die Stange samt Simmerringen mittels Druckluft aus dem Geh�use zu schie�en. Das halte ich f�r eine fragw�rdige Methode und klappt auch nicht bei jedem Zylinder.
Ich habe meine eigene Methode und piekse mit einem spitzen Stahlnagel ein Loch hinein (nicht bohren, das f�hrt zu Sp�nen im Bauteil) und drehe da eine Spaxschraube hinein. Mit einer Zange kann man Schraube nebst Simmerring heraushebeln. Penibel darauf achten, weder mit der Schraube noch mit der Zange die Hydraulikstange zu zerkratzen:

Das selbe noch mal mit dem zweiten Simmerring, der unter dem ersten liegt und noch bescheidener zu erreichen ist:

Neue Simmerringe am Rand und an der Dichtlippe leicht mit Hydraulik�l ein�len und mit einem geeigneten Werkzeug (Rohr) in das Geh�use hineintreiben, die Dichtlippen schauen dabei in beiden F�llen in Richtung des Geh�uses:

Dichtungen, "Scraper" und Sprengring drauf - und fertig:

Die restlichen Teile sind schnell montiert, schnell noch ein bisschen Lack auf das Geh�use und sich am Ergebnis erfreuen:

 

Noch zwei Hinweise:

  • Wer F�cherkr�mmer verbauen will, muss den Arbeitszylinder der Servolenkung etwas tiefer aufh�ngen. Das geschieht mit einer etwas verl�ngerten Halterung am L�ngstr�ger (Powersteering Cylinder Lowering Bracket), die man bei den meisten Mustangteileh�ndlern f�r kleines Geld kaufen kann. Leider bestehen diese Teile nicht aus Gusseisen wie das Original, sondern aus zusammengeschwei�ten Stahlteilen. Die brechen gern an der Schwei�naht - ich empfehle zu diesem Thema die Lekt�re dieses Threads bei Dr-Mustang! Ich  habe das Bracket mit einer zus�tzlichen Schwei�naht und zwei seitlich angebrachten St�tzen verst�rkt:

  • Die Servo ben�tigt �brigens kein spezielles Hydraulik�l, sondern das gleiche (normalerweise rote) Automatikgetriebe�l wie die Ford-Automatikgetriebe der Sechziger, sogenanntes ATF Typ F (Ford Spezifikation M2C-33 F/G), erh�ltlich zum Beispiel im Online-Shop von Ravenol!