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Ford Mustang 1968 Coup� - Umbau auf Bosch LichtmaschineBei allen Arbeiten sollte man nach der erh�ltlichen Fachliteratur vorgehen. Auf dieser Seite schildere ich den Einbau einer modernen Drehstrom-Lichtmaschine mit integriertem Regler in den klassischen Ford Mustang. Diese Anleitung ist geeignet f�r klassiche US-Fords mit dem Smallblock-V8 der Windsor-Motorenfamilie (z.B. 289, 302,351W), die bereits mit einer Drehstrom-Lichtmaschine (Alternator) ausgestattet sind. Die fr�hen 1964 1/2 Mustangs mit einem Generator fallen also raus. Der Umbau kann nat�rlich nicht nur an Mustangs, sondern auch an jedem anderen Ford, Lincoln oder Mercury mit diesen Motoren vorgenommen werden, egal ob Torino, Falcon, Fairlane, Galaxy, Cougar oder was auch immer.
Die originale Ford Motorcraft 1G Lichtmaschine ist bew�hrt und kann erforderlichenfalls mit wenig Aufwand wieder instand gesetzt werden. Ein Schwachpunkt sind jedoch die originalen, mechanisch gesteuerten Lichtmaschinenregler, die relativ h�ufig verr�ckt spielen und zu einer leeren oder einer �berkochenden Batterie f�hren. Die heute lieferbaren elektronischen Ersatzregler sind nach meinen Informationen von zweifelhafter Qualit�t und auch nicht uneingeschr�nkt zu empfehlen. Deshalb habe ich bei meinem 68er Coup� einen Umbau vorgenommen, den ich in den Neunziger Jahren schon einmal bei meinem damaligen 68er Mustang Cabrio vorgenommen habe, n�mlich den Einbau einer bew�hrten und bekannt zuverl�ssigen Bosch Lichtmaschine mit integriertem Regler. Diese Lichtmaschinen sind in den Achtziger und fr�hen Neunziger Jahren millionenfach in Massenprodukten u. a. von VW und Opel oder auch im alten 3er BMW eingesetzt worden. Da ich schon Jahrzehnte Opel fahre und noch nie Probleme mit der Stromversorgung hatte, habe ich in meinem Opel-Regal nach einer passenden Lichtmaschine gesucht. Die Lichtmaschine (LiMa) sollte auf jeden Fall eine Riemenscheibe haben, die f�r die Keilriemen unserer Oldtimer geeignet ist. Zudem sollte die Grundform der originalen LiMa entsprechen und ohne gr��ere Umbauten montierbar sein. Ich wurde f�ndig bei der Lima eines 1988er Kadett 1,6 Liter. Dessen Lichtmaschine ist baugleich auch im Vectra und in anderen Marken verbaut worden. Man bekommt sie noch recht gut auf Schrottpl�tzen oder bei ebay f�r kleines Geld � allerdings in der Regel recht unansehnlich und mit unbekanntem Erhaltungszustand. Wer wie ich Wert auf Qualit�t und Zuverl�ssigkeit legt, kann etwas tiefer in die Tasche greifen und eine von Bosch werks�berholte Lichtmaschine kaufen. Gute Erfahrungen habe ich auch mit der 65A Delco-Remy-Version der Opel-Lichtmaschine gemacht (vom Kadett/Vectra Diesel)
Teil 1 - Mechanischer TeilGrundsatz Nr. 1 bei allen Arbeiten an der Elektrik: vorher den Minuspol der Batterie abklemmen! Grundsatz Nr. 2: Vern�nftiges Werkzeug. Beim Befestigen von Aderendh�lsen oder Kabelschuhen sollte man Qualit�tswerkzeug verwenden, damit die Kabel sicher halten. Dann bauen wir die alte LiMa aus und vergleichen sie mit der neuen. Man erkennt sofort das Neuteil � und das ist gut so:
Aufgabe Nr. 1: Die lange Bohrung in der LiMa f�r die lange Befestigungsschraube so weit aufbohren, dass die Schraube durchpasst. Vor dem Bohren bitte die �ffnungen der LiMa mit Tesa Krepp abkleben, damit keine Sp�ne in das Innere fallen. Das kann man mit einem passenden Bohrer entweder selbst machen oder beim Maschinenbauer, Landmaschinenh�ndler oder der Dorfschmiede f�r einen kleinen Betrag in die Kaffeekasse erledigen lassen. Nun l�sst die LiMa sich mit der langen Schraube schon mal in ihrer vorgesehen Position provisorisch befestigen. In die kleine Bohrung f�r die Schraube zum Spannen der LiMa schneidet man entweder ein f�r die Originalschraube passendes z�lliges Gewinde oder man bohrt sie auf, bis man eine Schraube durchstecken kann, die man am anderen Ende mit einer Mutter versieht. Aufgabe Nr. 2: Jetzt ist es wichtig, dass der Riemen genau in Flucht l�uft. Die originale H�lse, die als Abstandshalter fungiert, passt in der Regel nicht. Legen wir also ein Lineal an, um die Riemenscheiben in Flucht zu bringen. Normalerweise misst man das von Mitte zu Mitte der Riemenscheibenrille. Aber da die hier in Frage kommenden Riemenscheiben �hnlich dick sind, kann man das Lineal auch seitlich anlegen:
Wir ziehen die LiMa (gef�hrt durch die lange Befestigungsschraube) so weit raus, bis die beiden ma�geblichen Riemenscheiben fluchten. Nun messen wir, welches Ma� zwischen dem Limageh�use und dem Zylinderkopf anliegt, sobald wir die Riemenscheiben in Flucht gebracht haben - dort wo beim originalen Einbau die Abstandsh�lse war. Bei mir waren es 76 mm. Bei anderen Einbauten habe ich 63 mm gemessen. Aufgabe Nr 3: Nun m�ssen wir entweder die originale Abstandsh�lse abdrehen lassen oder mit einigen Unterlegscheiben unterf�ttern, bis das unter 2) gemessene Ma� erreicht ist. Da ich ungern originale Bauteile zerst�re und Unterlagscheiben unsch�n aussehen, habe ich die originale Abstandsh�lse zusammen mit der originalen Lichtmaschine ins Regal gelegt und ein netter Kumpel vom Mustangstammtisch Oldenburg hat mir einen passenden Abstandshalter aus Edelstahl gedreht. Sieht richtig schick aus. Hier ein Bild vom fertig eingebauten Zustand:
Aufgabe Nr 4: Nun m�ssen wir checken, ob die untere Lichtmaschinenhalterung passt. Die LiMa wird unten mit einem Ausleger (Flacheisen mit Langloch) befestigt, so dass man die Riemenspannung einstellen kann. Diese Befestigung m�sste ohne �nderungen passen!
Aufgabe Nr 5: Nun m�ssen wir hinten an der LiMa f�r etwas Bewegungsfreiheit sorgen. Wenn wir die Lima um die lange Befestigungsschraube etwas hin- und herschwenken (im �spannbaren Bereich�), stellen wir fest, dass das schwarze Plastikgeh�use der elektrischen Anschl�sse gegen den Zylinderkopf st��t. Dieses Plastikgeh�use k�nnen wir problemlos bis fast auf die elektrischen Kontakte runterschleifen oder �feilen, bis es passt, sh unten auf dem folgenden Bild:
Keine Angst, es besteht keine Gefahr, dass die elektrischen Kontakte an den Block kommen! Damit haben wir den mechanischen Teil der Anpassung erledigt. Neben dem korrekten mechanischen Einbau muss man jedoch kleine �nderungen an der Elektrik vornehmen. Teil 2 - Elektrischer TeilDie originale Motorcraft 1G Lichtmaschine hat hinten die folgenden Anschl�sse:
Das am Anschluss BAT angeschlossene Kabel f�hrt den in der LiMa erzeugten Strom zun�chst zum Lichtmaschinenregler (alternator regulator), der die Aufgabe hat, die Spannung im vorgesehenen Bereich des Bordnetzes zu halten. Dieses Kabel ist im Stromlaufplan f�r den 1968er Mustang mit der Nr. 35 bezeichnet (sh. Gruppe 19 Seite 37 ff des originalen Werkstatthandbuchs). Werkstatthanb�cher (Shop Manuals) sind in gedruckter Form erh�ltlich bei spezialisierten Mustangteileh�ndlern und zum kosteng�nstigen Download bei www.fordmanuals.com. Hinweis: bei anderen Baujahren als 1968 sollte man pr�fen, ob der Stromlaufplan im Shop Manual enthalten ist oder ob man zus�tzlich ein �Wiring Manual� mit dem ausf�hrlichen "Schaltplan" kaufen muss. Der vom Regler gez�hmte Strom (bzw. die geregelte Spannung) wird mit einer relativ dicken Leitung (Nr.152 im originalen Stromlaufplan) zum Pluspol des Startrelais (starting motor relais) weitergef�hrt, an dem auch der Pluspol der Batterie angeschlossen ist. Eine moderne Lichtmaschine wie unser Exemplar von Bosch hat dagegen einen internen Regler, so dass man den (bereits geregelten) Lichtmaschinenausgang direkt mit dem Pluspol der Batterie verbinden kann. Da unsere Kadett-LiMa die gleiche Leistung wie die originale besitzt, reichen die originalen Kabelquerschnitte. Kleiner Exkurs: Wer eine st�rkere Lichtmaschine einbauen m�chte, sollte auf einen ausreichenden Leitungsquerschnitt achten und den Anschluss BAT direkt mit dem Pluspol der Batterie bzw. dem entsprechenden Pol des Starterrelais verbinden. Um den erforderlichen Leitungsquerschnitt zu bestimmen, m�ssen wir uns zun�chst wieder an die Physikstunden erinnern. Zun�chst m�ssen wir wissen, welche Stromst�rke (Amp�re) maximal flie�en wird. Bei unserer Lichtmaschine ist das angegeben, aber wenn wir schon einmal dabei sind, k�nnen wir das einmal f�r beliebige Verbraucher durchrechnen. Die grundlegende Formel lautet: Watt / Volt = Ampere Ein Beispiel: eine nach StVZO
zugelassene H4-Birne hat 60 Watt Fernlicht. Das ergibt (60Watt geteilt durch 12
Volt = ) 5 Amp�re Stromst�rke.
Handels�bliche Kabelquerschnitte: 0,75mm�, 1,5mm�, 2,5mm�, 4mm�, 6mm�, 10mm�, 16mm�. Soweit unser Ausflug in die Physik. Wenden wir uns dem Anschluss der Bosch-LiMa zu. Eine moderne Lichtmaschine hat folgende Klemmen:
Der Anschluss DF bzw. FLD, also das Dynamofeld am Regler (Reglerspannung) ist bei unserer Lichtmaschine mit integriertem Regler ja intern verdrahtet und daher nicht vorhanden. Wir m�ssen uns also lediglich um die drei oben genannten Anschl�sse k�mmern. Die folgenden Schritte beziehen sich auf den Ersatz mit einer 55 Amp�re LiMa, die eine gleiche Leistung wie die originale Motorcraft 1G hat. Bei st�rkeren Lichtmaschinen muss man die Kabel entsprechend st�rker auslegen, so wie oben beschrieben. Damit wir uns vorab ein Bild von der Verkabelung machen k�nnen, werfen wir einen Blick auf die folgende Grafik:
Aufgabe Nr 6: Anschluss B+. Da ich eine Lichtmaschine der gleichen Leistungsklasse wie die Originallichtmaschine gew�hlt hatte, vertragen die originalen Leitungen die von der neuen Lichtmaschine lieferbaren Stromst�rken. Da ich m�glichst wenige �nderungen am originalen Kabelbaum vornehmen wollte, habe ich einfach den Stecker vom Lichtmaschinenregler abgezogen, die Pole der beiden Kabel �berbr�ckt, von denen eines urspr�nglich vom Anschluss BAT der originalen LiMa kam und das andere zum +Anschluss des Startrelais f�hrt. Den Stecker habe ich zusammen mit der �berbr�ckung gr�ndlich mit selbst-verschwei�endem Isolierband isoliert. Der geregelte Strom flie�t nun wie gehabt von der LiMa in Richtung des ehemaligen Reglers und von dort zur�ck zum Startrelais bzw. zur Batterie. Der originale Lichtmaschinenregler ist nun ohne Funktion, der Stecker wird nat�rlich nicht wieder aufgesteckt. Falls ein sp�terer Nutzer auf die Original-LiMa zur�ckr�sten m�chte, muss er nur die Isolierung entfernen, die �berbr�ckung herausnehmen und den Stecker wieder in den LiMa-Regler stecken. Aufgabe Nr 7: Anschluss B-. Hier wird Fahrzeugmasse angeschlossen. Wir k�nnen das Kabel verwenden, das bei der Original-Lichtmaschine am Anschluss GND befestigt war. Aufgabe Nr 8: Anschluss D+. Bevor eine Lichtmaschine Strom liefern kann, muss ein Strom durch die Erregerwicklung flie�en, die das f�r den Betrieb erforderliche Erregerfeld erzeugt. Dieser Strom muss aufgrund des Funktionsprinzips der Drehstromlichtmaschine grunds�tzlich von au�en zugef�hrt werden. Hierzu dient bei unserem Umbau die an Z�ndungsplus liegende Ladekontrollleuchte als Verbraucher. Die Ladekontrollleuchte ist, wie in Bild 9 zu sehen, von +12 V �ber das Z�ndschloss zum Lichtmaschinen-Anschluss D+ in Reihe geschaltet. Von dort geht es im Inneren der LiMa �ber die Erregerwicklung an Masse => der Stromkreis erh�lt von dort Masse und ist geschlossen. Bei ausgeschalteter Z�ndung flie�t kein Strom, die Ladekontroll-Lampe ist aus. Wird die Z�ndung eingeschaltet, kann ein Strom durch die Erregerwicklung an Masse flie�en. Die Kontrollleuchte leuchtet auf. Sobald das Erregerfeld steht, die Lichtmaschine Strom liefert und an D+ eine Spannung im Bereich 12 bis 14,5 V anliegt, besteht kein "Gef�lle" mehr zwischen den 12 Volt der Batterie und den 12 Volt der Lichtmaschine - und damit erlischt die Kontrollleuchte. Hinweis: Einige Mustang-Baujahre hatten eine Ladestrom-Kontrollleuchte, der 1968er nicht. Der hatte eine analoge Anzeige und deshalb musste ich eine neue Ladekontrolllampe einbauen. Bitte selbst kl�ren, ob man die Original-Ladekontrollleuchte f�r unsere Zwecke verwenden kann. Ein Blick ins Wiring Manual und Shop Manual des entsprechenden Baujahrs sollte reichen. Ich bin nur zust�ndig f�r die 68er Fraktion ;-) Zun�chst besorgen wir uns also die Signallampe. Die gibt's beim freundlichen freien Autoteileh�ndler an der Ecke, beim Bosch-Dienst oder im Elektronikfachhandel. Einfach nach einer einbauf�higen (mit Gewinde und Mutter) Signalleuchte fragen. Sie sieht so �hnlich aus:
Dazu brauchen wir eine passende 2-Watt-Gl�hbirne. Von einer LED sollte man hier absehen, da die LiMas m. W. auf einen angeschlossenen Verbraucher von ca. 2 Watt angewiesen sind. Weiterhin ben�tigt man ca. 5 Meter Kfz-Kabel (0,75mm� oder 1,5mm� Querschnitt reicht) und evtl. einige Aderendh�lsen bzw. Kabelschuhe. Die Leitung schlie�en wir am D+ Anschluss der LiMa an und verlegen sie idealerweise am Motorraum-Kabelbaum entlang - evtl. gemeinsam mit Isolierband umwickeln - und f�hren sie in den Innenraum. Nun suchen wir uns einen geeigneten Einbau-Ort. Ich habe sie z.B. in den Haltewinkel f�r die nachtr�glich eingebaute Bosch-Warnblinkanlage mit eingebaut:
Nun wird das Kabel, das von D+ kommt, mit dem einen Anschluss der Ladekontrollleuchte verbunden. Der andere Anschluss erh�lt ein weiteres Kabel, das zum Z�ndschloss gef�hrt und dort an das Kabel angeschlossen wird, das bei eingeschalteter Z�ndung +12 Volt f�hrt (sh. Stromlaufplan). Falls wir f�r weitere Verbraucher, z.B. den Elektrochoke, bereits ein Relais eingebaut haben, k�nnen wir das Kabel auch dort anschlie�en (vgl. Tipps auf der Vergaserseite!) Die Anschl�sse der Ladekontrollleuchte nat�rlich ausreichend isolieren! Aufgabe Nr 9: Nun haben wir die Lichtmaschine elektrisch angeschlossen und k�nnen sie unter Verwendung der originalen Abst�tzung und der Spannvorrichtung einbauen. Riemen nach Vorschrift des Shop Manuals spannen - fertig:
Weitere Bilder finden Sie in den Fotoalben !
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